Am 9. Oktober haben wir bei Moersch für einen Tag den normalen Arbeitsalltag etwas umgestellt. Ein Großteil unserer Mitarbeitenden kam an unserem Standort in Viersen zusammen, um sich mit verschiedenen Themen aus der Rohr- und Kanaltechnik zu beschäftigen. Eines davon war die Arbeit mit unseren Fräsrobotern, besonders für neue Kollegen und Auszubildende. Dafür haben wir auf dem Außengelände unserer Halle eine Möglichkeit geschaffen, die Bedienung der Geräte in Ruhe zu trainieren. Denn so häufig unsere Fräsroboter auch im Einsatz sind: Eine Gelegenheit, sich ohne den üblichen Zeitdruck einer Baustelle mit der Technik zu beschäftigen, ergibt sich im Alltag eher selten.

Was macht die Arbeit mit einem Fräsroboter so anspruchsvoll?

Wer schon einmal Aufnahmen aus dem Inneren einer Abwasserleitung gesehen hat, kann sich ungefähr vorstellen, unter welchen Bedingungen unsere Mitarbeitenden dort arbeiten. Viel Platz ist nicht vorhanden, die Sicht ist eingeschränkt und häufig lässt sich erst über die Kamera richtig erkennen, wie eine Schadstelle oder ein Hindernis tatsächlich aussieht.

Wenn wir bei der Kanalreinigung auf besonders hartnäckige Ablagerungen, eingewachsene Wurzeln oder andere Hindernisse treffen, reicht eine Reinigung mit Wasserhochdruck nicht immer aus. In solchen Fällen können wir mit einem Fräsroboter arbeiten. Das Gerät wird über einen geeigneten Zugang in die Leitung eingebracht und anschließend von außen gesteuert. Über die eingebaute Kamera lässt sich verfolgen, wo sich der Roboter befindet und wie das Werkzeug arbeitet.

Was dabei auf dem Bildschirm recht übersichtlich aussieht, erfordert in der Praxis einiges an Erfahrung. Schließlich muss das Werkzeug möglichst genau an die richtige Stelle gebracht werden. Gleichzeitig darf die vorhandene Rohrleitung nicht beschädigt werden, was gerade bei älteren oder bereits vorgeschädigten Rohren besonders wichtig ist.

Hinzu kommt, dass sich die Bedingungen von Einsatz zu Einsatz unterscheiden. Ein gerader Kanalabschnitt lässt sich anders bearbeiten als eine Leitung mit mehreren Bögen oder seitlichen Anschlüssen. Und auch die Art des Hindernisses entscheidet darüber, welches Werkzeug eingesetzt werden kann und wie vorsichtig gearbeitet werden muss.

Zeit zum Ausprobieren, Nachfragen und Erfahrungen austauschen

An unserer aufgebauten Trainingsstation im Außenbereich unserer Halle konnten unsere Teams an unserem Weiterbildungstag den Fräsroboter selbst steuern, verschiedene Abläufe üben und sich gemeinsam mit den Besonderheiten der Technik beschäftigen. Dabei ging es uns nicht darum, unseren erfahrenen Kollegen die Bedienung noch einmal von Grund auf zu erklären. Der Fokus lag darauf, die Arbeitsschritte in Ruhe durchzugehen und auch Mitarbeitenden, die bisher seltener mit dem Fräsroboter gearbeitet haben, mehr Sicherheit im Umgang mit dem Gerät zu geben.

Im Mittelpunkt standen unter anderem:

  • Die Steuerung des Roboters: Wie lässt sich das Gerät innerhalb einer Leitung möglichst genau positionieren?
  • Die Orientierung über die Kamera: Worauf muss geachtet werden, wenn man den Arbeitsbereich ausschließlich über einen Bildschirm sieht?
  • Die eigentlichen Fräsarbeiten: Wie wird das Werkzeug kontrolliert eingesetzt ohne die vorhandene Rohrwand unnötig zu belasten?
  • Der Umgang mit schwierigen Situationen: Was ist zu tun, wenn sich ein Hindernis nicht wie erwartet bearbeiten lässt?

Solche Fragen lassen sich bei einer praktischen Übung häufig besser beantworten als in einer theoretischen Schulung. Man kann sich die Arbeitsschritte direkt ansehen, verschiedene Situationen besprechen und die Erfahrungen der Kollegen einbeziehen.

Gerade das ist für uns ein wichtiger Grund, regelmäßig interne Weiterbildungen zu organisieren. Denn nicht jeder unserer Mitarbeitenden hat im Arbeitsalltag mit denselben Aufgaben zu tun. Während einige Kollegen häufig Fräsarbeiten durchführen, sind andere beispielsweise überwiegend in der Rohrreinigung oder bei anderen Sanierungsverfahren im Einsatz.

Wenn man sich gemeinsam Zeit für ein bestimmtes Thema nimmt, profitieren am Ende alle davon.

Fräsroboter Training für Rohrsanierung bei Moersch Kanal in Viersen

Wo kommen Fräsroboter bei der Kanalreinigung und Kanalsanierung zum Einsatz?

Ein Fräsroboter wird nicht bei jeder Verstopfung benötigt. Viele Ablagerungen lassen sich bereits mit einer gründlichen Rohrreinigung entfernen. Manchmal sitzen Hindernisse allerdings so fest, dass wir mit Wasserhochdruck allein nicht weiterkommen.

Ein typisches Beispiel sind Wurzeln, die durch undichte Rohrverbindungen in eine Abwasserleitung gewachsen sind. Über längere Zeit können sie sich innerhalb des Rohres ausbreiten und den Abfluss immer weiter einschränken. Mit einem geeigneten Fräsroboter lassen sich diese Wurzeleinwüchse entfernen, ohne dass die Leitung dafür zwangsläufig freigelegt werden muss.

Damit ist das Problem allerdings nicht unbedingt dauerhaft behoben. Denn wenn die Rohrverbindung weiterhin undicht ist, können dort erneut Wurzeln eindringen. Deshalb muss anschließend geprüft werden, ob die betroffene Stelle zusätzlich saniert werden sollte.

Auch harte Ablagerungen oder einragende Rohranschlüsse können den Einsatz eines Fräsroboters erforderlich machen.

Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet ist die grabenlose Kanalsanierung mit dem Schlauchlinerverfahren. Dabei wird ein mit Harz getränkter Schlauch in eine beschädigte Abwasserleitung eingebracht und ausgehärtet. Dadurch entsteht innerhalb des vorhandenen Rohres eine neue Rohrwand. Seitliche Anschlüsse, die durch den Liner zunächst verschlossen werden, müssen anschließend wieder geöffnet werden.

Auch dafür können Fräsroboter eingesetzt werden. Die Herausforderung besteht dann darin, den jeweiligen Anschluss möglichst genau freizufräsen, ohne den neuen Liner an anderen Stellen zu beschädigen.

Das zeigt ganz gut, warum der sichere Umgang mit der Fräsrobotertechnik so wichtig ist. Es geht nicht einfach nur darum, ein Hindernis aus dem Weg zu räumen. Die Arbeiten müssen zum Zustand der Leitung passen und sorgfältig durchgeführt werden.

Mehr über Fräsrobotertechnik

Moersch Team trainiert den Einsatz des Fräsroboters

Warum wir uns auch mit bekannten Maschinen regelmäßig beschäftigen

Natürlich sammeln unsere Mitarbeitenden bei ihren täglichen Einsätzen jede Menge Erfahrung. Trotzdem gibt es immer wieder Situationen, die nicht alltäglich sind oder bei denen ein bestimmter Arbeitsschritt besonders viel Fingerspitzengefühl verlangt. Und während man auf einer Baustelle in erster Linie damit beschäftigt ist, das Problem des Kunden zu lösen, kann man sich bei einer internen Schulung auch einmal etwas ausführlicher mit der Technik beschäftigen. Genau das war die Idee hinter unserem Fräsroboter-Training.

Unsere Kollegen konnten Fragen stellen, sich gegenseitig Tipps geben und den Umgang mit dem Gerät praktisch üben. Wer bereits viel Erfahrung mit der Fräsrobotertechnik hat, konnte sein Wissen weitergeben. Andere hatten die Gelegenheit, einzelne Abläufe selbst auszuprobieren und sich mit der Bedienung vertrauter zu machen.

Für uns gehört das zu einer guten internen Weiterbildung dazu. Schließlich bringt uns die beste Technik wenig, wenn sie nicht richtig eingesetzt wird.

Häufige Fragen zu Fräsroboterarbeiten

Wann wird ein Fräsroboter in einer Abwasserleitung eingesetzt?

Fräsroboter kommen unter anderem dann zum Einsatz, wenn Wurzeleinwüchse, besonders feste Ablagerungen oder andere Hindernisse mechanisch entfernt werden müssen. Auch zum Öffnen seitlicher Anschlüsse nach einer Schlauchlinersanierung kann ein Fräsroboter verwendet werden.

Kann ein Fräsroboter Wurzeln im Kanal entfernen?

Ja, mit geeigneten Fräswerkzeugen können Wurzeln innerhalb einer Abwasserleitung entfernt werden. Wichtig ist allerdings, anschließend zu prüfen, wo die Wurzeln eingedrungen sind und ob die betroffene Rohrverbindung zusätzlich repariert werden muss.

Muss für Kanalfräsarbeiten der Boden aufgebrochen werden?

Nicht unbedingt. In vielen Fällen können Fräsroboter über vorhandene Zugänge in die Abwasserleitung eingebracht werden. Ob das möglich ist, hängt unter anderem vom Leitungsverlauf, dem Rohrdurchmesser und dem Zustand der Leitung ab.

Probleme mit Wurzeln oder hartnäckigen Ablagerungen im Kanal?

Wenn Ihre Abwasserleitung immer wieder verstopft oder das Wasser nur noch schlecht abläuft, schauen wir uns gerne an, was dahintersteckt. Mit unserer Kanal-TV-Technik können wir den Zustand der Leitung untersuchen und feststellen, ob eine gründliche Reinigung ausreicht oder weitere Maßnahmen notwendig sind.

Kontakt aufnehmen
Notfälle oder Anfragen: 02162 / 1 62 62
24/7 für Sie im Einsatz: Rückruf anfordern
oder schriftlich: Nachricht senden
Cookie-Hinweis

Wir verwenden auf unserer Webseite Cookies und ähnliche Technologien, die für das Funktionieren der Webseite erforderlich sind. Mit Ihrer Einwilligung verwenden wir zudem Cookies zur Nutzungsanalyse unserer Webseite. Dadurch sind wir in der Lage Fehler oder Unklarheiten in der Bedienung unserer Webseite zu erkennen und schnellstmöglich abzustellen. Darüber hinaus verwenden wir Cookies für das Marketing, um den Erfolg unserer Marketing-Maßnahmen messen zu können und um unsere Inhalte möglichst exakt für Ihre Bedürfnisse personalisieren zu können. Dabei kann es vorkommen, dass Daten außerhalb des Europäischen Wirtschaftraumes (EWR) übertragen und dort verarbeitet werden. In den Einstellungen finden Sie Detailinformationen zu den einzelnen Cookies und können die Nutzung von Cookies verweigern. Weitere Informationen finden Sie hierzu in unseren Datenschutzhinweisen.

Alle Cookies akzeptieren Nur notwendige Cookies akzeptieren Cookies ablehnen