Wer eine beschädigte Abwasserleitung hat, denkt wahrscheinlich nicht als Erstes an einen Schlauch, der in das vorhandene Rohr eingebracht wird und dort zu einer neuen Rohrwand aushärtet. Verständlich, denn die meisten unserer Kunden beschäftigen sich erst mit dem Thema Kanalsanierung, wenn tatsächlich ein Schaden vorliegt. Für uns gehört das sogenannte Schlauchlinerverfahren dagegen schon lange zum Arbeitsalltag. Trotzdem haben wir unseren internen Weiterbildungstag am 9. Oktober 2026 genutzt, um uns noch einmal ausführlich damit zu beschäftigen und das Verfahren gemeinsam in unserer Halle in Viersen zu testen.

Was beim Schlauchlinerverfahren eigentlich passiert

Stellen Sie sich vor, eine Abwasserleitung unter Ihrer Einfahrt ist beschädigt. Früher hätte das in vielen Fällen bedeutet, dass der Boden aufgebrochen, die Leitung freigelegt und das beschädigte Rohrstück ausgetauscht werden musste. Anschließend muss natürlich auch die Einfahrt wiederhergestellt werden. Ein Aufwand, den man sich verständlicherweise gerne ersparen möchte.

Heute haben wir durch die grabenlose Kanalsanierung deutlich mehr Möglichkeiten. Eine davon ist das Schlauchlinerverfahren, häufig auch als Inlinerverfahren oder Inlinersanierung bezeichnet. Das Prinzip ist relativ einfach erklärt: Statt das beschädigte Rohr auszubauen, bringen wir einen speziellen Gewebeschlauch in die vorhandene Leitung ein. Dieser wird vorher mit einem dafür vorgesehenen Harz getränkt, anschließend innerhalb des Rohrs an die Rohrwand angelegt und ausgehärtet. So entsteht im alten Rohr eine neue, geschlossene Rohrwand, ohne dass die Leitung dafür auf ihrer gesamten Länge freigelegt werden muss.

Was sich in wenigen Sätzen erklären lässt, ist in der Umsetzung allerdings etwas aufwendiger. Denn der Schlauchliner muss individuell zur vorhandenen Leitung passen, das Material richtig vorbereitet und der Einbau sorgfältig durchgeführt werden. Und natürlich muss vorher überhaupt erst einmal geklärt werden, ob das Verfahren für den jeweiligen Schaden geeignet ist.

Warum wir das Inlinerverfahren in unserer Halle getestet haben

Man könnte sich jetzt fragen, warum wir ein Verfahren trainieren, das unsere Mitarbeitenden bereits kennen und regelmäßig einsetzen. Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Weil man auch bei Arbeiten, die man schon häufig durchgeführt hat, immer noch etwas dazulernen kann – besonders wenn man sich im Team dazu austauscht und Erfahrungswerte miteinander teilt.

Im Arbeitsalltag zwischen geplanten Einsätzen und Notfällen bleibt nicht immer die Zeit, um einzelne Arbeitsschritte ausführlich zu besprechen. Hier ist unsere schnelle und technisch einwandfreie Hilfe gefordert: Unsere Teams sind bei Kunden im Einsatz, die Arbeiten müssen koordiniert werden und natürlich soll die betroffene Abwasserleitung möglichst schnell wieder funktionieren.

Deshalb haben wir am 9. Oktober einen Großteil unserer Mitarbeitenden für einen gemeinsamen Weiterbildungstag zusammengebracht. Neben drei anderen Kernthemen aus der Rohr- und Kanaltechnik stand auch das Schlauchlinerverfahren auf der Agenda. In unserer Halle konnten wir die Inlinersanierung unter kontrollierten Bedingungen im Team und mit etwas mehr Ruhe ausprobieren und die einzelnen Arbeitsschritte gemeinsam durchgehen. Dabei ging es nicht darum, möglichst schnell mit dem Test fertig zu werden. Viel interessanter war für uns, die Gelegenheit zu nutzen, um Fragen zu klären und Erfahrungen aus unterschiedlichen Einsätzen zusammenzubringen.

Denn auch wenn das Grundprinzip immer ähnlich ist, läuft eine Schlauchlinersanierung nicht bei jeder Abwasserleitung gleich ab.

Vergleichsbild von verschiedenen Inlinerverfahren als Methoden zur effektiven Kanalreinigung

Nicht jede Rohrleitung macht es einem leicht

Ein gerades Rohr mit gut zugänglichen Anschlüssen ist natürlich etwas anderes als eine ältere Abwasserleitung, die mehrere Bögen hat, unter einem Gebäude verläuft oder an verschiedenen Stellen beschädigt ist. Genau deshalb muss vor einer Sanierung zunächst der Zustand der Leitung untersucht werden. Dafür nutzen wir unter anderem unsere Kanal-TV-Technik, mit der wir das Rohr von innen begutachten können. Auf den Kamerabildern erkennen wir, welche Schäden vorliegen, wie die Leitung verläuft und ob Hindernisse vorhanden sind, die vor der Sanierung entfernt werden müssen. Erst wenn diese Fragen geklärt sind, lässt sich entscheiden, ob das Schlauchlinerverfahren sinnvoll ist und wie die Sanierung vorbereitet werden muss.

Bei der eigentlichen Umsetzung spielen dann mehrere Dinge zusammen:

  • Die Vorbereitung der Leitung: Ablagerungen, Verschmutzungen und mögliche Hindernisse müssen entfernt werden, damit der Schlauchliner ordnungsgemäß eingebracht werden kann.
  • Die Auswahl des Materials: Der Liner muss in seinen Eigenschaften und Abmessungen zur vorhandenen Rohrleitung passen.
  • Die Verarbeitung: Vom gleichmäßigen Tränken des Gewebeschlauchs mit Harz bis zum Einbringen in die Leitung müssen die Arbeitsschritte aufeinander abgestimmt sein.
  • Die Aushärtung und Kontrolle: Nach dem Einbau muss das Material entsprechend den Vorgaben aushärten. Anschließend wird das Ergebnis überprüft.

Das sind Abläufe, die unsere Mitarbeitenden kennen. Trotzdem ist es sinnvoll, sie gelegentlich gemeinsam durchzugehen. Gerade dann, wenn Kollegen mit unterschiedlichen Erfahrungsständen zusammenarbeiten und sich gegenseitig zeigen können, worauf sie bei bestimmten Arbeitsschritten besonders achten. Der regelmäßige Wissenstransfer im Moersch-Team ist hier ein echter Mehrwert für Mitarbeitende und unsere Kunden.

Weiterbildung bedeutet für uns nicht, alles neu lernen zu müssen

Wir legen bei Moersch Kanal schon lange Wert darauf, dass sich unsere Mitarbeitenden mit neuen Entwicklungen in der Kanaltechnik beschäftigen können – das gilt für neue Maschinen und Materialien genauso wie für Verfahren, die wir bereits seit Jahren einsetzen. Uns geht es dabei nicht darum, unseren Mitarbeitern Dinge zu erklären, die sie längst wissen. Vielmehr möchten wir Möglichkeiten schaffen, Erfahrungen auszutauschen, neue Methoden auf Herz und Nieren zu prüfen und das eigene Wissen immer wieder zu erweitern.

Schließlich hat jeder unserer Kollegen im Laufe der Zeit schon unterschiedliche Situationen erlebt. Mal ist eine Rohrleitung besonders schwer zugänglich, mal stellt sich während der Kanal-TV-Fahrt heraus, dass ein Schaden doch anders aussieht als zunächst angenommen. Solche Erfahrungen sind wertvoll und sollten nicht nur bei denjenigen bleiben, die gerade auf der jeweiligen Baustelle im Einsatz waren.

Genau dafür nehmen wir uns bei internen Weiterbildungen bewusst Zeit. Und wenn sich dabei herausstellt, dass ein bestimmter Arbeitsschritt noch einmal genauer erklärt oder geübt werden sollte, ist das umso besser. Schließlich ist unsere Halle genau der richtige Ort dafür.

Ein mit Schlauchliner beschichtetes Rohr

Wann lohnt sich eine Schlauchlinersanierung überhaupt?

Für unsere Kunden ist natürlich weniger interessant, wie wir das Verfahren intern trainieren. Entscheidend ist für Sie die Frage, ob sich eine beschädigte Abwasserleitung damit reparieren lässt und welcher Aufwand dabei entsteht.

Das Schlauchlinerverfahren kann beispielsweise bei Rissen, undichten Rohrverbindungen oder anderen geeigneten Beschädigungen der Rohrwand eingesetzt werden. Besonders interessant ist es häufig bei Leitungen, die unter befestigten Flächen, Gebäuden oder anderen schwer zugänglichen Bereichen verlaufen – denn wenn das Rohr von innen saniert werden kann, müssen mit dem Schlauchlinerverfahren die darüberliegenden Flächen in vielen Fällen nicht aufgebrochen werden.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Das spart häufig Zeit, zusätzliche Arbeiten und damit auch Kosten.

Allerdings möchten wir an dieser Stelle auch klar sagen, dass nicht jede beschädigte Abwasserleitung mit einem Inliner saniert werden kann. Ist ein Rohr beispielsweise stark verformt oder bereits eingestürzt, müssen andere Möglichkeiten geprüft werden. Deshalb empfehlen wir grundsätzlich, zunächst den tatsächlichen Zustand der Leitung feststellen zu lassen, bevor über ein bestimmtes Sanierungsverfahren entschieden wird. Alles andere wäre aus unserer Sicht wenig sinnvoll.

Häufige Fragen zum Schlauchlinerverfahren

Wie funktioniert eine Rohrsanierung mit Schlauchliner?

Ein mit Harz getränkter Gewebeschlauch wird in die vorhandene Rohrleitung eingebracht und dort ausgehärtet. So entsteht innerhalb des beschädigten Rohrs eine neue Rohrwand. Das Verfahren ermöglicht bei geeigneten Schäden eine Sanierung ohne umfangreiche Erdarbeiten.

Kann jede Abwasserleitung mit dem Inlinerverfahren saniert werden?

Leider nein. Ob das Schlauchlinerverfahren infrage kommt, hängt vom Zustand der Leitung, dem vorhandenen Schaden und dem Rohrverlauf ab. Deshalb untersuchen wir die betroffene Leitung zunächst mit unserer Kanal-TV-Technik und können so eine genaue Begutachtung des Schadens durchführen.

Ist eine Schlauchlinersanierung günstiger als ein Rohraustausch?

Das kann durchaus der Fall sein, insbesondere wenn durch das Verfahren aufwendige Aufbruch- und Wiederherstellungsarbeiten vermieden werden. Welche Lösung wirtschaftlich sinnvoller ist, hängt allerdings immer von den Gegebenheiten vor Ort ab – gern überprüfen wir den Sachverhalten individuell.

Sie vermuten einen Schaden an Ihrer Abwasserleitung?

Dann lassen Sie uns zunächst gemeinsam herausfinden, was tatsächlich dahintersteckt. Wir untersuchen Ihre Leitung, erklären Ihnen verständlich, welche Möglichkeiten es für die Reparatur gibt, und beraten Sie dazu, ob eine Schlauchlinersanierung für Ihren Fall sinnvoll ist. Rufen Sie uns gerne unter 02162 / 1 62 62 an oder nutzen Sie unser Kontaktformular. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

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